Brandwerker I Marken-Agentur, Innsbruck, Tirol

Über Brandwerker

VOM UNTERNEHMEN ZUR MARKE

Wenn es darum geht, Marke zu werden, haben mittelständische Unternehmen oft Aufholbedarf. Zwei, die Unternehmen auf ihrem Weg zur Marke begleiten und dabei mit Strategie, Kreativität und langjähriger Erfahrung ans Werk gehen, sind Julia Seidl und Tom Stadlmeyr unter dem Namen „Brandwerker“. // Text: Marion Witting, Foto: Julia Türtscher

 

Wir schaffen Wettbewerbsvorteile“ ist an der Wand im Gang der Agentur in deutlichen Lettern zu lesen. Damit weiß jeder, der an der Eingangstür in ebensolchen Lettern „gefunden“ gelesen hat, was man sich von den Brandwerkern erwarten kann, wenn man bei ihnen gelandet ist. „Wir verstehen uns als Werker und arbeiten mit unseren Kunden Hand in Hand“, beschreibt Tom Stadlmeyr, selbstständiger Partner der ersten Agentur für Markenstrategie, die sich auf inhabergeführte Unternehmen in Westösterreich und Südtirol spezialisiert hat,kurz umrissen das Arbeitsumfeld der Brandwerker, während er in der Küche hervorragenden Espresso zubereitet. „Das was wir tun ist Handwerk und Analyse- sowie Strategiearbeit. Wir entwickeln und erarbeiten gemeinsam mit unseren Kunden Markenstrategien, ‚Branding’, wie die Bezeichnung im Englischen lautet, mit allen Bausteinen die dazu gehören, wenn sinnvoll und notwendig auch Markennamen bzw. Brandnames. Daraus setzt sich auch unser eigener Markenname ‚Brandwerker’ zusammen“, ergänzt Agenturgründerin und Inhaberin Julia Seidl.

 

FAMILIÄR STATT UNGEFÄHR

Es fällt einem schwer, diese Agenturräumlichkeiten zu betreten und sich dabei nicht auf Anhieb wohl zu fühlen: Mit viel Liebe zum Detail, einer dezenten Buntheit in den Arbeitsräumen und viel Platz für offene Begegnungen haben die beiden eine Atmosphäre geschaffen, die Raum für freie Gedanken zulässt. „Es ist uns sehr wichtig, eine offene Basis mit unseren Kunden zu haben und ihnen familiär zu begegnen. Das leben wir in unserer Agenturarbeit. Dabei entsteht eine gewisse Intimität in der genau die Dinge ausgesprochen werden, die unsere Kunden und uns in die richtige Richtung führen“, erklären die beiden Profis, jeder aus einem anderen Fach und daher zusammen ein gutes Team, weil sie sich gegenseitig ergänzen: Julia Seidl baut als gelernte Politologin mit Schwerpunkt Medien und Öffentlichkeitsarbeit und als ausgebildete Redakteurin auf Strategien und fundiertes Fachwissen. Tom Stadlmeyr ist als Markendesigner und Querdenker der kreative Geist des gemischten Doppels.

 

BESSER ERSTER SEIN

Was es ist, das Konsumenten dazu verführt, ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung erwerben zu wollen und nicht wahllos aus dem Angebot der vielen Mitbewerber zu schöpfen, darüber denken immer mehr Klein- und Mittelbetriebe nach und kommen zum Schluss, dass der Preis allein nicht das einzig entscheidende Kriterium sein kann. Genau hier setzen die Markenstrategen an und helfen den kleinen und mittleren Unternehmen auf die Sprünge, um ihr schlummerndes Potenzial zu entdecken und sich selbst in die Pole Position zu bringen. Nicht selten begann ein Auftrag mit der Anfrage nach einer Kampagne oder einem Werbemittel und im ausführlichen Erstgespräch stellte sich dann heraus, dass das Unternehmen eigentlich ganz andere Herausforderungen zu lösen hätte, erzählt Tom Stadlmeyr von den Wegen, die sie mit ihren Kunden zusammenführen: „Üblicherweise gibt es drei Zugänge zu unseren Kunden: die, die wissen, sie müssen etwas tun, aber nicht wissen wie oder was jene Unternehmen, wo es um einen Generationenwechsel geht oder die Unternehmen, bei denen es gut läuft und der Inhaber rechtzeitig darauf bedacht ist, dass das auch so bleibt. In seltenen Fällen auch Startup-Unternehmen.“

Jeder Auftrag, den die Brandwerker annehmen, beginnt mit einer umfangreichen, mehrstufigen Analyse. Bei einem ersten Workshop, der außerhalb des Betriebes stattfindet, geht es zusammen mit der Unternehmensführung und Mitarbeitern aus allen Zuständigkeitsbereichen um tiefe ehrliche Einblicke in die Firmenkultur und Geschichte des Unternehmens um herauszufinden: Wer sind wir? Was wollen wir? Wo wollen wir hin? „Anhand von eigens dafür entwickelten Bausteinen und Bewertungsmustern halten wir einen Spiegel vor“, erklärt Julia Seidl die zwar etwas aufwändigere aber erfolgversprechende Methode, alles was schon im Betrieb vorhanden ist, hervorzuholen, zu nutzen und in eine zukunftsfähige Vision zu packen: „Um zu wissen wohin ich gehen kann, muss ich zu allererst wissen wo ich stehe “, bringt es die Strategin auf den Punkt.

Als nächstes analysiert die Agentur den Markt und interviewt bestehende sowie mögliche Kunden. Dabei steckt sie in der Branche ab, wer die Mitbewerber sind, wie diese auftreten und für was sie stehen. Diese Recherche kann Ergebnisse darüber liefern, in welchem Segment die Differenzierung des Auftraggebers gegenüber dem Rest des Marktes am Besten greifen kann. Ein wichtiger Teil sind auch die Besuche im Unternehmen vor Ort. Hier wird, provokativ überspitzt der Frage auf den Grund gegangen: Wie schlimm ist es wirklich? Bei dieser Bewertung fließen auch Eindrücke über die

externe Kommunikation des Unternehmens anhand des Gebäudes, der Beschriftung etc. mit ein. „Wir versetzen uns in die Lage des Kunden und schätzen ab, ob alles schlüssig ist oder ob und welches Veränderungspotenzial besteht“, fasst Julia Seidl die Phase der Analyse zusammen: „Bei der Markenentwicklung steht für uns das Gesamtpaket Unternehmen im Fokus. Gerade KMU profitieren davon, wenn sie für etwas stehen. Sie nutzen damit eine große Chance, sich sogar gegenüber den großen Playern zu behaupten.“

Als ein Beispiel aus dem best-practice-Pool der Markenmacher für eine gelungene Positionierung nennt Seidl die „Gastroärzte“: Als verlässlicher Servicepartner für Gastronomiebetriebe ist die Firma Gastroärzte GmbH nicht selten der Retter in der Not, wenn Gastrogeräte mitten in der Hochsaison den Geist aufgeben und dabei wichtige Umsätze in Gefahr sind. Mit dem Markenauftritt „Gastroärzte“ hat jeder einzelne Mitarbeiter bei einem Reparatureinsatz den Status eines Retters und erfährt dadurch eine besondere Wertschätzung, welche die erwünschte Nebenwirkung der steigenden Motivation mit sich bringt. Damit positioniert sich das Unternehmen als erster Servicedienstleister am Markt mit seinem Markenkern „Lebensretter“ in den Köpfen der Konsumenten. Die „Gastroärzte“ seien auch ein schönes Beispiel dafür, dass sich KMU mehr trauen dürfen, wenn es um Positionierung geht, und, dass Mut belohnt wird, sagt Julia Seidl: „Es gilt auch, die Angst abzulegen, Kundensegmente zu verlieren. Sich zu spezialisieren anstatt mit einem Bauchladen herumzulaufen erleichtert dem Konsumenten die Wahl.“

 

WERBUNG KOMMT ZUM SCHLUSS

Die Agentur für Markenstrategie bereitet sozusagen den Boden für gute Werbung: „Bei uns ist Werbung der letzte Baustein innerhalb der Markenstrategie und -führung. „Unsere Arbeit beginnt vor der Werbung. Wir bieten dem Kunden durch analytisches und strategisches Vorgehen, seinen einzigartigen Markenkern und seine Firmenidentität bzw. -persönlichkeit zu finden und festzuhalten. Daraus erarbeiten wir die Differenzierung und entwickeln visuelle und verbale Anker, manchmal auch einen Brandname.“ Damit ist das Fundament geschaffen, auf dessen Basis effektive, kreative Werbearbeit aufsetzen kann. Im Durchschnitt erstreckt sich die Zeitspanne, in der die Brandwerker einen Kunden auf seinem Weg zur Marke begleiten, zwischen ein und drei Jahren. „Alles dreht sich darum, der Erste in den Köpfen der Konsumenten zu sein und positive Vorurteile zu verankern“, bringt Tom Stadlmeyr die Stärken einer Marke auf den Punkt. Mit einem daraus resultierenden Markenversprechen hat das Unternehmen dem Kunden gegenüber einen verbindlichen Auftrag zu erfüllen. Nur so vermittelt die Marke ein Gefühl des Vertrauens und gibt dem Konsumenten die Sicherheit, die richtige Wahl getroffen zu haben. KMU, die es geschafft haben, eine Marke zu werden können bei guter Markenpflege auf einen starken Unternehmenswert und ein positives Image zurückgreifen, das Stabilität garantiert und die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens erhöht.

 
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